ADHS – endlich eine sichere Diagnose?

aus: Neue Zürcher Zeitung, 16. 6. 2010

Spezial-EEG verrät ADHS

Hilfreiche Analyse von evozierten Hirnpotenzialen bei Erwachsenen

ni. · Die Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist keine einfache Diagnose, weder bei Kindern noch bei Erwachsenen. Ohne biologischen Test basiert sie auf der subjektiven Einschätzung des Patienten und seines Umfeldes sowie auf der Beobachtung und Erfahrung des Arztes. Ein spezielles Verfahren zur Auswertung von Hirnstrommessungen (EEG) könnte künftig objektive Kriterien liefern. Dies zeigt eine Studie, die Andreas Müller von der Gehirn- und Traumastiftung Graubünden zusammen mit weiteren Forschern an Erwachsenen mit ADHS durchgeführt hat.¹

Die Wissenschafter unterzogen dabei 74 Männer und Frauen, die alle unter einem eindeutigen Zappelphilipp-Syndrom litten, einem 20-minütigen Konzentrationstest, bei dem die Probanden auf visuelle Reize reagieren mussten. Die während dieser Aufgabe abgeleiteten Hirnströme, sogenannte evozierte Hirnpotenziale, wurden anschliessend mit komplexen mathematisch-statistischen Verfahren analysiert und mit den Resultaten gesunder Probanden verglichen.

Laut den Forschern ermöglicht diese Methode, beim einzelnen Probanden die Informationsverarbeitung im Gehirn so weit aufzuschlüsseln, dass lokale Fehlfunktionen, wie sie bei ADHS etwa in sensorischen Bereichen oder der Informationsspeicherung typisch sind, erkannt werden können. Dadurch verbessere sich die diagnostische Sicherheit. In der Studie betrug diese über 90 Prozent.

¹ Nonlinear Biomedical Physics, Online-Publikation vom 3. Juni 2010.

~ von Panther Ray - Juni 16, 2010.

Eine Antwort to “ADHS – endlich eine sichere Diagnose?”

  1. Ist jedes 4. Kind psychisch krank? – Zur Psychologisierung der Kindheit im 21. Jhd: http://udolihs.de

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