Die Einführung des schulfreien Nachmittags…

in Deutschland

Nicht wahr, lieber Leser: Dass allein in Deutschland und im benachbarten Österreich die Kinder nur vormittags zur Schule gehen und am Nachmittag frei haben – das hielten auch Sie für einen Beweis teutonischer Hinterwäldlerei? Ein Relikt aus dem Mittelalter…!.

Tatsächlich aber war der schulfreie Nachmittag bei uns die allererste Errungenschaft deutscher Reformpädagogik, und zwar in… Preußen, wo  die allgemeine Schulpflicht das Licht der Welt erblickt hat!

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Hier ein unverdächtiger, ganz unbestechlicher Zeuge:

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“In Berlin ist infolge der großen Hitze letzten Sommer in mehreren höherenSchulen der Nachmittagunterricht ganz aufgehoben und die Morgenschulstunden um eine verlängert [worden]. Die Folgen waren ganz unerwartet, die Jungen kamen enorm rasch voran, und die Sache soll jetzt auf größerem Maßstab versucht werden.“

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Friedrich Engels an Karl Marx, Manchester, den 14. Oktober 1868
in: Marx-Engels-Werke, Bd. 32, S. 183f.

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Ach, was ich noch sagen wollte: Deutschland hat bei PISA ja wirklich nicht so gut abgeschnitten. Aber das verfreundete  Österreich mit seinem gleichfalls freien Nachmittag schon viel besser!

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Und was für Schulen hat übrigens das Dutzend Länder, die beim PISA-Ranking noch hinter Deutschland liegen?

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Ganztagsschulen.

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Na, wenn uns das keine Warnung ist!

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~ von Panther Ray - Oktober 8, 2008.

Eine Antwort to “Die Einführung des schulfreien Nachmittags…”

  1. Ich bin da auch skeptisch mit der Ganztagsschule.
    Ich denke, entscheidende Sozialisationsfelder außerhalb der Schule gehen verloren – zu Lasten „sozialer Kompetenz“.
    Mindestens die schulfernen Vereine mit ihren Kinderabteilungen wird es nicht mehr geben können. Dort aber hatte man die Chance, neue, andere Kids und schulfernere Erwachsene kennen zu kernen.
    Ähnliches gilt für „offene-Tür-Einrichtungen“. Erst recht alle freien Gesellungen der Kids im wohnnahen Stadtteil drohen verloren zu gehen.

    Bereits heute sind die Kids weitgehend vor der „richtigen Welt“ abgeschirmt, getrennt von Erwachsenen und einem freien Umjgang mit ihnen. Oder er ist pädagogisiert, also nicht „echt“ nur teilnehmend.
    Was macht das mit der Kontinuität der Generationenfolge?

    Kerus aus Berlin

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